Deep talk – wie geht glücklich sein eigentlich?

Kennt ihr das? Manchmal habt ihr so viele Emotionen und Gefühle das ihr platzen könntet, aber wenn es dann darum geht diese in Worte zu fassen, bleibt ihr stumm und es kommt einfach kein gerader Satz dabei raus. Zumindest keiner, der Sinn machen würde. Das einzige was da hilft ist einfach anzufangen. Formt das erste Wort, dann kommt ein erster Satz dabei raus, und irgendwann platzt der Knoten und ihr könnt reden wie ein Wasserfall. Genauso geht es mir jedes einzelne mal wenn ich auf dieses weiße Bild starre und einen Blog Beitrag schreiben will. Überhaupt war ich in den letzten Wochen ziemlich durch den Wind und nachdenklich, soviel Gefühl und kein gescheiter klarer Gedanke. Aber wenn ich dann einmal den Anfang gefunden habe, dann fällt es mir leichter, Dinge zu benennen. Zu sagen wie es ist, was da so in meinem Gehirn herum schwirrt an Gedanken. 

Aber wo kommt diese Nachdenklichkeit überhaupt her? Vielleicht ist es der Jahreszeitenwechsel von Sommer auf Herbst und das Zeichen, das etwas altes endet und etwas Neues beginnt. Die Blätter nehmen alle möglichen bunten Farben an und dann wenn alles am

Schönsten aussieht, fallen sie von den Bäumen. Was für eine Ironie. Währenddessen weiß ich nicht mehr so genau was ich anziehen soll und überhaupt, der Regen nervt mich Jetzt schon. Ich trauere dem Sommer hinterher. Loslassen fällt mir schwer. Aber irgendwo spüre ich auch die Freude auf das was kommt, und deshalb ist es gut, dass das alte geht. Jedes Jahr das selbe, ein Kreislauf den ich nur zu gut kenne, aber der mich immer wieder aufs neue fasziniert. Vielleicht ist es der Fakt das man immer denkt man hat soviel Zeit. Gestern noch mit wallendem Sommerkleid in der Hitze gesessen und gedacht wie schön, toller Juni, toller Sommer, das Jahr ist noch so ewig lang. Und heute Wars das damit und in 3 Monaten heißt es bye bye 2018. und man dachte man hätte Zeit. 

Vielleicht ist es auch das fokussieren auf das wesentliche. Immer wenn ich Urlaub habe fällt der Stress von mir ab – der Alltag, und dann habe ich endlich Zeit meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. Als ob man einen Kolibri endlich aus seinem Käfig gelassen hat und er nun fröhlich in der Natur umherschwirren kann und jede einzelne Blume des Landes anfliegt, weil der Saft so süß und lecker schmeckt. Deshalb muss ich auch jedes Mal weg. Den Kompass gedanklich neu einstellen, den Horizont erweitern, mich erinnern, was mir eigentlich wichtig ist, mich erinnern, was es da draußen eigentlich noch alles gibt, neben dem alltäglichen, immer selben Tagesablauf. 

Auch in meinem Alltag versuche ich mir jeden Tag bewusst diese Dinge klarzumachen, aber so richtig geerdet fühle ich mich erst, wenn ich wieder weg war. Als ob ich meine Identität immer wieder neu finden muss. Wir bestehen aus so vielen Millionen verschiedenen Facetten. So viele Emotionen, so viele Seiten an uns, so viele Dinge die wir lieben, hassen, Dinge von denen wir träumen, was uns aus der Fassung bringt, unser Wunder Punkt, und überhaupt: was uns glücklich macht. Und manchmal kann man das was uns glücklich macht eben nicht nur an einem Ort, in einer Person, in einer einzigen Lebensweise finden. Manchmal muss man dafür immer wieder etwas tun. Sich immer wieder neu finden, das was einen glücklich macht immer wieder aufsuchen und es nie aus den Augen verlieren. Denn auch das kann passieren, und was für eine Verschwendung von kostbarer Lebenszeit wäre das denn? 

Genau deshalb finde ich es so wichtig das wir sagen was wir denken. Das wir immer unserem Herzen folgen. Warum sollte man sich selber zurück halten, sich selber in einen Käfig einsperren, den es eigentlich garnicht gibt, sondern der nur existiert weil wir ihn selber um uns herum gebaut haben. Du liebst jemanden? Sprich es aus ! Du willst eigentlich deinen Job wechseln und deiner Leidenschaft nachgehen? Tu es ! Du willst ne Weltreise machen aber verschiedene Dinge halten dich zurück ? Mach es. Egal was es ist, halte es nie zurück. Das ist das Gesetz nach dem ich lebe. Deshalb schäme ich mich nie für etwas. Das ist das was ich mag, liebe, fühle, denke. Wenn ich dem nicht folge, ist der Sommer vorbei und die Blätter fallen wieder von den Bäumen, das Jahr ist fast wieder zu Ende, und so vergehen die Jahre und am Ende merken wir – vielleicht viel zu spät – das der Autopilot eingestellt war und wir auf der Strecke geblieben sind. Unser Glück auf der Strecke geblieben ist. Glücklich sein bedeutet immer ein Risiko eingehen. Große oder kleine. Aber das ist ok. Solange wir am Ende nicht bereuen, das wir viel zu viele Sommer, Herbste und Neujahre haben vergehen lassen. 

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